Allgemeine Vorhabenbeschreibung

Die Gasunie Deutschland Transport Services GmbH aus Hannover hat für das o. g. Bauvorhaben Planunterlagen beim Amt für Planfeststellung Energie SH eingereicht und die Durchführung eines Plangenehmigungsverfahrens gem. §§ 43 Abs. 1 S. 1 Nr. 6, 43b EnWG i.V.m. § 74 Abs. 6 VwVfG angeregt.

Die Antragstellerin ist Fernleitungsnetzbetreiberin gem. EnWG und hat aufgrund eines Netzanschlussbegehrens der RWE Supply & Trading GmbH Unterlagen dazu erarbeitet, wie eine im Elbehafen Brunsbüttel vorgesehene schwimmende LNG-Anlage – sogenannte FSRU (floating storage and regasification unit) – so in das Gasnetz eingebunden werden kann, dass die volle Lieferkapazität der FSRU in das Fernleitungsnetz eingespeist werden kann und die provisorischen Installationen der ETL 185 in Richtung SH Netz demontiert werden können. Hierzu dient das Gesamtvorhaben ETL 180 (1. und 2. Bauabschnitt). Die ETL 180.100 ermöglicht zudem die spätere Anbindung des geplanten landbased Terminal an das Gasnetz.

Das AfPE sieht für diesen Antrag die Voraussetzungen für eine Bearbeitung im Rahmen eines Plangenehmigungsverfahrens gem. § 43 b EnWG i. V. m. § 74 Abs. 6 VwVfG als gegeben an. Die Voraussetzung aus § 74 Abs. 6 S. 1 Nr. 3 VwVfG, dass nicht andere Rechtsvorschriften eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorschreiben, die den Anforderungen des § 73 Abs. 3 S. 1 und Abs. 4-7 entsprechen muss, ist dabei dadurch erfüllt, dass es sich bei der ETL 180.100 um ein Vorhaben gem. § 4 Abs. 1 LNGG handelt, dessen beschleunigte Zulassung geeignet ist, einen relevanten Beitrag zu leisten, um eine Krise der Gasversorgung zu bewältigen oder abzuwenden. In diesem Ausnahmefall sind die Vorschriften des UVPG nicht anzuwenden, so dass keine UVP durchzuführen ist.

Das Vorhaben stellt den Lückenschluss zwischen der ETL 185 und der geplanten ETL 180 (1. Bauabschnitt) dar. Die Errichtung der ETL 180.100 umfasst die Verlegung der ca. 3,5 km langen Gasleitung vom Schieberplatz S2 der ETL 185 auf dem Covestro Gelände im West-Ost-Energiekorridor bis zum Bereich Holstendamm im Industriegebiet Brunsbüttel mit Anschluss an die voraussichtlich parallel im Bau befindliche ETL 180 (1. Bauabschnitt) für die Anbindung der in Brunsbüttel geplanten schwimmenden LNG-Anlage (Floating Storage and Regasification Unit – FSRU) an das Gasfernleitungsnetz, die Errichtung aller für den Betrieb erforderlichen ober- und untertägigen Anlagen sowie den Betrieb der Leitung und der zugehörigen Nebenanlagen. Dazu gehören insbesondere

• die Gasleitung mit einer Länge von ca. 3,5 km und einem Nenndurchmesser von 800 mm (DN 800) mit den zugehörigen Kommunikationskabeln,
• die Mess- und Regelstation (MuR 980)
• die Schieberstation für den Anschluss an das geplante landbased Terminal (180-S0.1)
• die erforderlichen Schilder- und Messpfähle mit den zugehörigen Erdkabeln
• die erforderlichen Schutzstreifen sowie Wegerechte für die dauerhafte Unterhaltung der über- und untertägigen Anlagen

Der Antrag umfasst ebenfalls die bauzeitlich erforderlichen Anlagen, insbesondere

• Arbeitsstreifen mit einer Regelbreite von ca. 30 m
• die Herstellung oder Nutzung vorhandener Zufahrten von privaten Wegen ins Baufeld

Die neu zu errichtende Leitung soll dabei größtenteils oberirdisch, auf vorhandener oder neu zu errichtender Infrastruktur wie Rohrbrücken und Sleeperanlagen auf dem Werksgelände der Covestro AG verlegt werden.
Eine unterirdische Verlegung findet lediglich auf dem Gelände der MuR-Station sowie zur Querung des Holstendammes mit Anbindung an die ETL 180 statt.

Der Armaturenplatz befindet sich mittig auf dem West-Ost-Energiekorridor und dient dem späteren Anschluss des landbased Terminals von GLNG.

Inhalt und Lage der genannten sowie ggf. nicht ausdrücklich erwähnter Maßnahmenteile sind aus den Planunterlagen ersichtlich. Das Vorhaben erstreckt sich auf dem Gebiet der Stadt Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen.

Weder die Errichtung und der Betrieb von LNG-Terminals in Brunsbüttel noch dafür vorgesehene Hafenausbauten sind Gegenstand dieses Plangenehmigungsverfahrens, sondern jene Anlagen unterliegen gesonderten Zulassungsverfahren.

UVP-Kategorie

Leitungsanlagen und vergleichbare Anlagen

Raumbezug

Adressen

Ansprechpartner

Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN – SH)
Amt für Planfeststellung Energie (AfPE)

Mercatorstraße 5
24106 Kiel
Deutschland

E-Mail: posteingang@afpe.landsh.de
URL: https://www.schleswig-holstein.de/afpe

Verfahrensschritte

Öffentliche Auslegung

Zeitraum der Auslegung

13.01.2023 - 27.01.2023

Auslegungsinformationen

20230112_AfPE_Begründung Ausnahmefall §4Abs1LNGG ( 20230112_AfPE_Begründung Ausnahmefall §4Abs1LNGG.docx.pdf )

UVP-Bericht, ggf. Antragsunterlagen

Planunterlagen ETL 180.100 ( Planunterlagen ETL 180.100.zip )